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Central Entity: AI Automation

Make vs Zapier: Der direkte Vergleich fuer KMU

Make oder Zapier – diese Frage stellen sich Schweizer KMU, die ihre Geschäftsprozesse automatisieren möchten. Beide Plattformen ermöglichen es, Apps zu verbinden und Workflows zu automatisieren, ohne eine Zeile Code zu schreiben. Doch unter der Oberfläche unterscheiden sie sich erheblich. Diese Seite liefert dir einen objektiven, detaillierten Vergleich, damit du die richtige Entscheidung für dein Unternehmen treffen kannst.

Die Plattformen im Überblick

Zapier: Der Pionier

Zapier wurde 2011 gegründet und ist der Marktführer im Bereich Workflow-Automatisierung. Die Plattform ist bekannt für ihre Einfachheit und das grösste App-Ökosystem. Zapier nennt seine Automatisierungen "Zaps", die aus einem Trigger und einer oder mehreren Actions bestehen.

Stärken auf einen Blick:

  • Über 7'000 App-Integrationen
  • Sehr einfacher Einstieg – keine technischen Vorkenntnisse nötig
  • Schnelle Erstellung einfacher Automatisierungen
  • Umfangreiche Vorlagen-Bibliothek
  • AI-Features für Workflow-Erstellung

Make: Der Flexible

Make (bis 2022 als Integromat bekannt) wurde 2012 gegründet und positioniert sich als leistungsstärkere Alternative. Make nutzt einen visuellen Workflow-Builder, der komplexe Logik, Verzweigungen und Fehlerbehandlung ermöglicht.

Stärken auf einen Blick:

  • Visueller Drag-and-Drop-Builder für komplexe Workflows
  • Bedingte Logik mit Routern, Filtern und Iteratoren
  • Umfassendes Error Handling und Retry-Mechanismen
  • Detaillierte Datenmanipulation und -transformation
  • Deutlich günstigeres Pricing bei hohem Volumen

Mehr Details zu Make findest du unter Make – AI Automation Tool.

Feature-Vergleich: Make vs Zapier im Detail

Workflow-Erstellung

FeatureMakeZapier
Builder-TypVisueller Canvas (Drag-and-Drop)Lineare Liste (Schritt-für-Schritt)
Komplexe LogikRouter, Filter, Switch, IteratorPaths (limitiert), Filter
Parallele AusführungJa, nativ unterstütztEingeschränkt
Error HandlingBreak, Resume, Rollback, RetryEinfaches Error Handling
DatenmanipulationUmfangreiche FunktionsbibliothekBasis-Formatierung
VariablenJa, mit komplexer DatenstrukturEinfache Variablen
WebhooksJa, nativ und flexibelJa, aber weniger flexibel
HTTP RequestsVollständig konfigurierbarGrundfunktionen
Fazit Workflow-Erstellung: Make gewinnt klar bei komplexen Workflows. Zapier ist schneller bei einfachen Automatisierungen.

Automatisierungs-Logik

Make bietet deutlich mehr Möglichkeiten bei der Logik-Gestaltung:

  • Router: Ein Trigger kann mehrere parallele Pfade auslösen
  • Aggregator: Mehrere Datensätze zu einem zusammenführen
  • Iterator: Arrays und Listen durchlaufen und einzeln verarbeiten
  • Sleep: Wartezeiten zwischen Schritten einbauen
  • Rollback: Bei Fehlern alle vorherigen Schritte rückgängig machen
Zapier hat mit "Paths" eine Verzweigungsmöglichkeit eingeführt, die aber im Vergleich zu Makes Routern limitiert ist. Für einfache "Wenn-Dann"-Szenarien reicht Zapier. Für komplexe Geschäftslogik mit mehreren Bedingungen, Schleifen und Fehlerbehandlung ist Make die bessere Wahl.

Geschwindigkeit und Ausführung

AspektMakeZapier
Minimales Polling-Intervall1 Minute (kostenpflichtig)1 Minute (kostenpflichtig)
Instant TriggersJa, via WebhooksJa, via Webhooks
AusführungsgeschwindigkeitSchneller bei komplexen SzenarienSchneller bei einfachen Zaps
ParallelverarbeitungJaEingeschränkt
Queue-ManagementDetailliert steuerbarAutomatisch

Preisvergleich: Was kostet die Automatisierung in CHF?

Die Preismodelle unterscheiden sich fundamental. Make rechnet nach "Operations" (jeder Schritt in einem Workflow = 1 Operation), Zapier nach "Tasks" (jede erfolgreiche Action = 1 Task).

Kostenloser Plan

AspektMakeZapier
Inkludierte Einheiten1'000 Operations/Monat100 Tasks/Monat
Aktive Szenarien25 Zaps
Polling-Intervall15 Minuten15 Minuten
FeaturesAlle Basis-FeaturesEingeschränkte Features

Bezahlte Pläne (Jahrespreise, ungefähre CHF-Werte)

PlanMakeZapier
EinstiegCore: ~CHF 9/Mt. (10'000 Ops)Starter: ~CHF 19/Mt. (750 Tasks)
StandardPro: ~CHF 16/Mt. (10'000 Ops)Professional: ~CHF 49/Mt. (2'000 Tasks)
BusinessTeams: ~CHF 29/Mt. (10'000 Ops)Team: ~CHF 69/Mt. (2'000 Tasks)
EnterpriseEnterprise: Auf AnfrageEnterprise: Auf Anfrage

Kostenvergleich in der Praxis

Szenario 1: Kleines KMU – 5 einfache Automatisierungen

  • Zapier: ~CHF 19/Monat (Starter, 750 Tasks reichen)
  • Make: ~CHF 9/Monat (Core, 10'000 Operations reichen)
  • Ersparnis mit Make: ~55 Prozent

Szenario 2: Mittelgrosses KMU – 15 Automatisierungen, 5'000 Aktionen/Monat
  • Zapier: ~CHF 69–139/Monat (Team Plan)
  • Make: ~CHF 16–29/Monat (Pro oder Teams Plan)
  • Ersparnis mit Make: 60–80 Prozent

Szenario 3: Wachsendes Unternehmen – 30+ Automatisierungen, 20'000 Aktionen/Monat
  • Zapier: ~CHF 139–349/Monat (Team oder höher)
  • Make: ~CHF 29–99/Monat (Teams Plan mit Zusatz-Operations)
  • Ersparnis mit Make: 70–80 Prozent

Wichtig: Ein Make-"Operation" ist nicht gleich ein Zapier-"Task". In Make zählt jeder Modulschritt als Operation, während Zapier nur erfolgreiche Actions zählt. Bei einem 5-Schritt-Workflow verbraucht Make 5 Operations, Zapier aber nur 1 Task. Trotzdem ist Make im Gesamtvergleich fast immer günstiger, weil die Inklusivvolumen deutlich grösser sind.

Mehr Details zu Zapier findest du unter Zapier – AI Automation Tool.

Benutzerfreundlichkeit: Wer lernt schneller?

Einstieg und Lernkurve

Zapier hat die flachere Lernkurve. Der lineare Aufbau (Trigger → Action → Action) ist intuitiv verständlich. Innerhalb von 15–30 Minuten kann ein Nicht-Techniker die erste Automatisierung erstellen. Zapier bietet zudem Tausende Vorlagen, die sofort einsetzbar sind.

Make hat eine steilere Lernkurve, belohnt aber mit deutlich mehr Möglichkeiten. Der visuelle Canvas kann anfangs überwältigend wirken. Nach 2–4 Stunden Einarbeitung entfaltet Make seine Stärke: Komplexe Workflows lassen sich visuell nachvollziehbar und wartbar aufbauen.

Zielgruppen-Empfehlung

BenutzerprofilEmpfehlungBegründung
Nicht-Techniker, erste AutomatisierungZapierSchnellster Einstieg, intuitive Oberfläche
Marketing-Team, einfache WorkflowsZapierVorlagen-Bibliothek, schnelle Ergebnisse
Ops-Manager, prozessgetriebenMakeKomplexe Logik, bessere Kontrolle
IT-Team, technisch versiertMakeMehr Flexibilität, bessere API-Integration
Agentur, viele KundenprojekteMakeTeams-Features, kosteneffizient bei Volumen

Dokumentation und Support

  • Zapier: Umfangreiche englische Dokumentation, Community-Forum, Chat-Support ab Professional Plan
  • Make: Gute englische Dokumentation, Academy mit Videokursen, Community-Forum, Support ab Pro Plan
  • Beide: Keine deutsche Dokumentation; für Schweizer KMU kann die Sprachbarriere eine Hürde sein

Integrationen und App-Ökosystem

Anzahl und Abdeckung

  • Zapier: Über 7'000 App-Integrationen – das grösste Ökosystem
  • Make: Über 2'000 App-Integrationen – kleiner, aber die wichtigsten sind abgedeckt
Vertiefen Sie Ihr Wissen:
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- AI Automation Tools und Plattformen

Schweizer Business-Apps

Schweizer AppMakeZapier
BexioVia API/WebhookVia API/Webhook
AbacusVia Custom APIVia Custom API
Swiss21Via Custom APIVia Custom API
DeepLNativNativ
ThreemaVia WebhookVia Webhook
Beide Plattformen unterstützen Schweizer Business-Tools nicht nativ (mit Ausnahme von DeepL), sondern über APIs und Webhooks. Hier liegt der Vorteil bei Make, da die HTTP-Request- und API-Konfiguration deutlich flexibler ist.

Wichtige internationale Apps

App-KategorieMakeZapier
Google WorkspaceVollständigVollständig
Microsoft 365VollständigVollständig
SlackVollständigVollständig
HubSpotVollständigVollständig
SalesforceVollständigVollständig
ShopifyVollständigVollständig
AirtableVollständigVollständig
OpenAI/ChatGPTVollständigVollständig
Für die gängigen Business-Apps sind beide Plattformen gleichwertig. Zapier hat Vorteile bei Nischen-Apps und sehr spezifischen Integrationen.

Empfehlung: Welche Plattform für welchen Fall?

Wähle Zapier, wenn...

  • Du schnell und einfach starten möchtest, ohne technische Vorkenntnisse
  • Deine Automatisierungen linear und unkompliziert sind (Trigger → 1–3 Actions)
  • Du eine Nischen-App nutzt, die nur Zapier unterstützt
  • Dein Budget zweitrangig ist und Geschwindigkeit zählt
  • Dein Team nicht-technisch ist und sofort loslegen soll

Wähle Make, wenn...

  • Deine Workflows komplexe Logik mit Verzweigungen erfordern
  • Du viele Automatisierungen mit hohem Volumen betreibst
  • Budget-Effizienz wichtig ist (gerade für Schweizer KMU relevant)
  • Du technisch versierte Mitarbeitende hast oder bereit bist, in Schulung zu investieren
  • Du APIs und Webhooks für Schweizer Business-Apps anbinden musst
  • Error Handling und Monitoring geschäftskritisch sind

Die pragmatische Empfehlung für Schweizer KMU

Für die Mehrheit der Schweizer KMU empfehlen wir Make als primäre Automatisierungsplattform:

  1. Preis-Leistung: Bei typischen KMU-Volumen ist Make 50–80 Prozent günstiger
  2. Skalierbarkeit: Komplexere Workflows sind möglich, wenn das Unternehmen wächst
  3. API-Flexibilität: Bessere Anbindung an Schweizer Business-Tools via API
  4. Visueller Builder: Workflows sind dokumentiert und nachvollziehbar
Ausnahme: Für Unternehmen mit sehr einfachen Automatisierungen und nicht-technischen Teams kann Zapier der schnellere Weg sein. In diesem Fall empfehlen wir, mit Zapier zu starten und bei wachsender Komplexität zu evaluieren, ob ein Wechsel zu Make sinnvoll ist.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Make vs Zapier

Kann ich von Zapier zu Make wechseln?

Ja, ein Wechsel ist möglich, aber nicht automatisch. Es gibt kein Import-Tool, das Zaps direkt in Make-Szenarien umwandelt. Du musst die Workflows in Make neu aufbauen. Der Aufwand hängt von der Anzahl und Komplexität ab. Für 10 einfache Zaps rechne mit 1–2 Tagen. Der Wechsel lohnt sich bei hohem Volumen, da die laufenden Kosten deutlich sinken.

Welche Plattform ist sicherer für Schweizer Datenschutzanforderungen?

Beide Plattformen verarbeiten Daten in der Cloud. Make bietet EU-Rechenzentren (relevant für DSGVO-Äquivalenz). Zapier hostet primär in den USA, bietet aber EU-Datenverarbeitung für Enterprise-Kunden. Für die Einhaltung des Schweizer nDSG empfehlen wir, die Datenverarbeitungsvereinbarungen beider Plattformen zu prüfen und bei sensitiven Daten auf EU-basierte Verarbeitung zu bestehen.

Brauche ich Programmierkenntnisse für Make oder Zapier?

Für Zapier: Nein, der Einstieg ist ohne jegliche Programmierkenntnisse möglich. Für Make: Grundlegende Programmierkenntnisse sind kein Muss, aber hilfreich – besonders das Verständnis von Variablen, Arrays und Bedingungen. Beide Plattformen sind No-Code-Tools, aber Make belohnt technisches Verständnis mit deutlich leistungsfähigeren Workflows.

Kann ich beide Plattformen parallel nutzen?

Ja, das ist technisch möglich und wird von einigen Unternehmen praktiziert: Zapier für einfache, schnell erstellte Automatisierungen; Make für komplexe Geschäftslogik. Der Nachteil: Du zahlst zwei Abonnements und musst zwei Plattformen überwachen. Für die meisten KMU empfehlen wir, sich für eine Plattform zu entscheiden und dort das Know-how zu bündeln.


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Oezden Erdinc

AI Architect for the Semantic Web

Spezialisiert auf Topical Authority, Semantic SEO und AI Automation. Hilft Schweizer KMU, das volle Potenzial von kuenstlicher Intelligenz zu nutzen.

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