Schweizer AI-Förderprogramme & Finanzierung: Alle Optionen im Überblick

Ergänzend14 Min. Lesezeit2'602 WörterVeröffentlicht: · Aktualisiert: Özden Erdinc
Central Entity: AI Automation
Zu den Beträgen auf dieser Seite: Fördersummen, Quoten und Bedingungen ändern sich mit jeder Ausschreibung, und einzelne Programme laufen aus. Die hier genannten Angaben geben den bei der Prüfung am 23. und 24. August 2026 an der amtlichen Quelle abgerufenen Stand wieder und sind Anhaltspunkte für die Auswahl, kein Ersatz für die aktuellen Bedingungen. Prüfen Sie den Stand vor der Antragstellung direkt bei der ausschreibenden Stelle — bei Innosuisse auf innosuisse.admin.ch, bei Venture Kick auf venturekick.ch.
Die Schweiz investiert erheblich in Innovation und Digitalisierung – doch viele Unternehmen lassen Fördergeld auf dem Tisch liegen. Ob Innosuisse-Innovationsscheck, kantonale Digitalisierungsbeiträge oder Steuererleichterungen für F&E: Für AI Automation Projekte stehen Schweizer KMU und Startups diverse Finanzierungsquellen offen.

Dieser Guide gibt Ihnen eine vollständige Übersicht aller relevanten Förderprogramme, erklärt die Voraussetzungen und führt Sie Schritt für Schritt durch den Antragsprozess. Damit Sie Ihr AI Automation Projekt nicht nur technisch, sondern auch finanziell auf solide Beine stellen.

Innosuisse: Die wichtigste Anlaufstelle für AI-Innovationsprojekte

Innosuisse – die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung – ist die zentrale Förderinstitution des Bundes für wissenschaftsbasierte Innovation.

Innovationsscheck (maximal CHF 15'000)

Der schnellste Weg zur Förderung. Der Innovationsscheck ermöglicht es KMU, die Machbarkeit einer Innovationsidee in einer Vorstudie mit einer Forschungseinrichtung zu prüfen.

  • Fördersumme: bis zu CHF 15'000 — Innosuisse übernimmt damit 100 % der Kosten des Forschungspartners
  • Eigenleistung: Keine finanzielle Eigenleistung nötig, aber aktive Mitarbeit
  • Laufzeit: sechs Monate für Durchführung und Abschluss der Vorstudie
  • Bearbeitungsdauer: «Dieser Prozess dauert in der Regel vier bis sechs Wochen» (Innosuisse)
  • Voraussetzung: KMU, Start-up oder Organisation mit weniger als 250 Vollzeitstellen; in den letzten zwei Jahren keine Gutschrift für eine Vorstudie erhalten
  • Partner: ein Schweizer Forschungspartner, der die Vorstudie im Auftrag durchführt
  • Ideal für: Machbarkeitsstudien für AI Automation, Proof of Concept, erste Prototypen
Relevanz für AI Automation: Ein Innovationsscheck eignet sich hervorragend, um mit einer Fachhochschule (z.B. ZHAW, FHNW, HES-SO) die Machbarkeit eines AI-Automation-Projekts zu prüfen. Beispiel: Kann ein RAG-System für die eigene Branche effektiv implementiert werden?
Quelle: Innosuisse — Innovationsscheck — «Innosuisse finanziert 100 % der Kosten des Forschungspartners bis zu 15 000 Schweizer Franken», «Sie haben sechs Monate Zeit, um mit Ihrem Forschungspartner die Vorstudie durchzuführen und abzuschliessen» und «Dieser Prozess dauert in der Regel vier bis sechs Wochen» — abgerufen am 24. August 2026.

Innovationsprojekte

Für umfangreichere Vorhaben bietet Innosuisse die Förderung von Innovationsprojekten.

  • Fördermechanik: Innosuisse finanziert die Kosten des Forschungspartners, nicht das Unternehmen selbst
  • Eigenleistung: Der Umsetzungspartner trägt die bei ihm anfallenden Projektkosten im Umfang von 40–60 % der Gesamtprojektkosten und leistet dem Forschungspartner zusätzlich einen Barbeitrag von mindestens 5 % der Gesamtprojektkosten
  • Entscheid: in der Regel sechs bis acht Wochen nach der Einreichung; das Gesuch muss mindestens sechs Wochen vor einem Sitzungstermin vorliegen
  • Voraussetzung: Innovationsgehalt, wirtschaftliches Verwertungspotenzial, Schweizer Forschungspartner
Quelle: Innosuisse — Innovationsprojekte mit Umsetzungspartner — abgerufen am 23. August 2026. Eine allgemeine Frankenobergrenze nennt Innosuisse für dieses Instrument nicht.

Innosuisse Start-up Coaching

Ergänzend zur Projektförderung bietet Innosuisse ein Coaching-Programm. Es richtet sich an Start-ups, nicht an KMU allgemein: Einstieg ist das Initial Coaching, darauf baut das Core Coaching auf.

  • Fördersumme: Gutschein über bis zu CHF 50'000 für Coachings bei Innosuisse-akkreditierten Coaches, über maximal 36 Monate
  • Fokus: Strategie schärfen, Organisation aufbauen, Markteintritt, IP, Finanzplanung, Fundraising
  • Voraussetzung: Gründung in der Schweiz innerhalb der letzten fünf Jahre (in begründeten Fällen zehn) und erfolgreich abgeschlossenes Initial Coaching
  • Ideal für: AI-Start-ups, die ihre Strategie professionell aufstellen wollen
Quelle: Innosuisse — Core Coaching — abgerufen am 23. August 2026.

digitalswitzerland und Brancheninitiativen

digitalswitzerland ist die grösste branchenübergreifende Initiative für digitale Transformation in der Schweiz.

Programme und Angebote

  • Netzwerk: Zugang zu über 130 Mitgliederorganisationen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft
  • Events und Fokusgruppen: Wissenstransfer und Vernetzung zu AI, Cybersecurity und Daten
  • Programme: unter anderem der Swiss AI Action Plan, das SME AI Playbook und ICT-Berufsbildung Schweiz
Quelle: digitalswitzerland — About — abgerufen am 23. August 2026. Die früher an dieser Stelle genannte Swiss Digital Initiative führen wir nicht mehr auf: Die Stiftung hat ihr Digital Trust Label im Januar 2025 an SGS übergeben und sich im März 2025 aufgelöst. Ein Angebot namens «Digital Transformation Assessment» weist digitalswitzerland nicht aus.

Relevanz für AI Automation

digitalswitzerland bietet keine direkte finanzielle Förderung, ist aber wertvoll für:

  • Zugang zu Best Practices und Erfahrungsberichten
  • Vernetzung mit potenziellen Implementierungspartnern
  • Sichtbarkeit für eigene AI-Projekte
  • Input zu ethischen und regulatorischen Fragen

Venture Kick: Bis CHF 150'000 für Startups

Venture Kick ist das führende Startup-Förderprogramm der Schweiz, relevant für AI-Startups und Spin-offs.

Drei-Phasen-Modell

  • Stufe 1: CHF 10'000 als nicht rückzahlbarer Zuschuss, Pitch vor Jury, Geschäftsidee-Validierung
  • Stufe 2: CHF 40'000 als Wandeldarlehen, Businessplan-Verfeinerung, Marktzugang
  • Stufe 3: CHF 100'000 als Wandeldarlehen, Unternehmensgründung und Markteintritt
  • Gesamt: Bis zu CHF 150'000; nur die erste Stufe ist ein Zuschuss, die Stufen 2 und 3 sind Wandeldarlehen

Voraussetzungen

  • Innovatives, technologiebasiertes Geschäftsmodell
  • Forschungshintergrund (Hochschule oder Forschungseinrichtung)
  • Noch nicht gegründet oder weniger als 1 Jahr alt (für Phase 1)
  • Sitz in der Schweiz

Relevanz für AI Automation

Venture Kick ist ideal für Teams, die ein AI-Automation-Produkt oder eine spezialisierte AI-Lösung als Startup auf den Markt bringen wollen. Wichtig für die Finanzplanung: Ab Stufe 2 handelt es sich um Wandeldarlehen, die in einer späteren Finanzierungsrunde in Beteiligung wandeln — nicht um geschenktes Geld.

Quelle: Venture Kick sowie ZHAW Entrepreneurship — Venture Kick — abgerufen am 23. August 2026.

SECO und KMU-Digitalisierung

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) unterstützt KMU bei der Digitalisierung über verschiedene Kanäle.

KMU-Portal und Beratung

  • KMU-Portal (kmu.admin.ch): Informationsplattform des SECO mit Leitfäden zur Digitalisierung; sie verweist auf Angebote Dritter und kantonale Stellen und führt keinen bundeseigenen Digitalisierungs-Check auf
  • Neue Regionalpolitik (NRP): Bund und Kantone investieren gemeinsam; einer der drei Schwerpunkte ist die digitale Transformation der Wirtschaft. Seit 2020 haben Start-ups und KMU von über 10'000 durch die NRP finanzierten Innovationscoachings profitiert
  • Staatliche Finanzierungshilfen: Das KMU-Portal führt unter anderem den Technologiefonds, den SECO Start-up Fund, Bürgschaftsgenossenschaften für KMU und Eurostars auf
Quelle: SECO — Neue Regionalpolitik, KMU-Portal — Staatliche Unterstützung bei der Finanzierung und KMU-Portal — Unterstützung bei der Digitalisierung der KMU — abgerufen am 23. August 2026. Ein bundesweites Beratungsgutschein-Programm des SECO für Digitalisierung weisen diese Quellen nicht aus; die frühere Angabe an dieser Stelle ist deshalb entfernt.

Relevanz für AI Automation

SECO-Programme sind weniger technologiespezifisch, können aber für die strategische Planung und Implementierung von AI Automation in KMU genutzt werden, insbesondere in Kombination mit kantonalen Programmen.

Kantonale Förderprogramme

Viele Kantone bieten eigene Digitalisierungs- und Innovationsförderprogramme, die AI-Projekte unterstützen können.

Kanton Zürich

  • Standortförderung des Kantons Zürich: Beratung und Unterstützung bei Ansiedlung und Ausbau von Tech-Unternehmen
  • Switzerland Innovation Park Zurich (Dübendorf): Zugang zu Infrastruktur und Netzwerk
  • Innovation Zurich #Digital (früher eZürich): offenes Kooperationsnetzwerk, das Stadt und Kanton Zürich koordinieren, zur Stärkung des ICT-Standorts
Einen «Digital-Cluster Zürich» führt der Kanton nicht; die Initiative heisst Innovation Zurich #Digital.

Kanton Zug (Crypto Valley)

  • Crypto Valley Association: aktiver Verband seit 2017 — ausdrücklich eine nichtstaatliche, gemeinnützige Organisation, keine kantonale Förderstelle, und thematisch auf Blockchain und Web3 ausgerichtet, nicht auf AI
  • Wirtschaftsförderung Kanton Zug: Anlaufstelle für Ansiedlung und Standortfragen
  • Labs und Inkubatoren: Zugang zu Arbeitsräumen und Mentoring

Kanton Basel

  • BaselArea.swiss: Innovationsförderung und Standortmarketing
  • i4Challenge: Förderung innovativer Industrie-4.0-Projekte (inkl. AI)
  • Pharma und Life Sciences: Spezifische AI-Förderung im Kontext der starken Pharmabranche

Kanton Bern

  • be-advanced: Innovationsagentur des Kantons Bern, im Auftrag der kantonalen Standortförderung — Innovationscoaching für Berner KMU und Start-ups
  • DigitalBern: Anlaufstelle für die digitale Transformation im Kanton, relevant für Digitalisierung in Schweizer KMU
  • KMU Impulsprogramm: Die BEKB KMU-Förderstiftung finanziert damit «jährlich bis zu 200 praxisnahe Expertenworkshops» für Unternehmen aus den Regionen Bern und Solothurn. Die Themen liegen bei nachhaltigen Geschäftsmodellen, Energieeffizienz und Prozessoptimierung — ein AI- oder Digitalisierungsprogramm im engeren Sinn ist es nicht
Quelle: BEKB, «Nachhaltige Wirtschaft fördern» — abgerufen am 24. August 2026.

Weitere Kantone

Praktisch jeder Kanton bietet Wirtschaftsförderung, die AI-Projekte einschliessen kann. Es lohnt sich, die jeweilige kantonale Wirtschaftsförderung direkt zu kontaktieren und nach Digitalisierungs- oder Innovationsprogrammen zu fragen.

EU Horizon Europe und die Schweizer Assoziierung

Horizon Europe ist das grösste Forschungs- und Innovationsförderprogramm der Welt mit einem Budget von EUR 95,5 Milliarden (2021-2027).

Status der Schweizer Assoziierung

Die Schweiz ist rückwirkend per 1. Januar 2025 an Horizon Europe, das Euratom-Programm und das Digital Europe Programme assoziiert; das Abkommen über die Teilnahme an EU-Programmen wurde am 10. November 2025 unterzeichnet und wird seither angewendet. Schweizer Unternehmen und Forschungseinrichtungen können ab dem Programmjahr 2025 wieder als vollwertige Partner teilnehmen, Projekte leiten und koordinieren.

Ausgenommen bleiben beim Digital Europe Programme die Ausschreibungen der spezifischen Ziele 3 (Cybersicherheit) und 6 (Halbleiter) — sie stehen nur EU-Mitgliedstaaten und beschränkt EWR-Staaten offen.

Quelle: SBFI — Horizon-Paket 2021–2027 — abgerufen am 23. August 2026.

Relevante Förderbereiche für AI

  • Cluster 4 – Digital, Industry & Space: AI, Daten und Robotik
  • EIC Accelerator: Pauschalzuschuss unter EUR 2,5 Millionen plus eine Investitionskomponente von EUR 1–10 Millionen für Deep-Tech-Unternehmen
  • Digital Europe Programme: Ergänzendes Programm für digitale Kapazitäten und AI mit einem Budget von über EUR 8,1 Milliarden; die Schweiz ist seit dem Programmjahr 2025 assoziiert

Voraussetzungen

  • Typischerweise Konsortium aus mehreren europäischen Partnern
  • Hoher Innovationsgrad und europäische Relevanz
  • Aufwändiger Antragsprozess (Vorlaufzeit 6-12 Monate)
  • Hohe Erfolgschancen bei starkem Konsortium und klarem Innovationsgehalt

Relevanz für AI Automation

Horizon Europe ist primär für forschungsintensive AI-Projekte relevant, weniger für reine Implementierungsprojekte. Ideal für Unternehmen, die eigene AI-Modelle entwickeln oder neuartige AI-Anwendungen erforschen wollen.

Steuererleichterungen für F&E in der Schweiz

Die Schweizer Steuergesetzgebung bietet attraktive Vorteile für Unternehmen mit Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten.

Patentbox

  • Ermässigung: Der Reingewinn aus qualifizierenden Patenten und vergleichbaren Rechten wird auf Antrag mit einer Ermässigung von 90 Prozent in die Berechnung des steuerbaren Reingewinns einbezogen; die Kantone können eine geringere Ermässigung vorsehen (Art. 24b Abs. 1 StHG)
  • Relevant für: Unternehmen, die eigene AI-Algorithmen oder -Methoden patentieren

Überabzug für F&E

  • Abzug: Die Kantone können F&E-Aufwand, der im Inland entstanden ist, um höchstens 50 Prozent über den geschäftsmässig begründeten Aufwand hinaus zum Abzug zulassen (Art. 25a Abs. 1 StHG) — ob überhaupt und in welcher Höhe, entscheidet der Kanton
  • Relevant für: Interne AI-Entwicklung, Fine-Tuning von Modellen, Entwicklung proprietärer AI-Workflows
  • Bemessungsgrundlage: zulässig auf dem direkt zurechenbaren Personalaufwand zuzüglich eines Zuschlags von 35 Prozent dieses Personalaufwands sowie auf 80 Prozent des Aufwands für von Dritten in Rechnung gestellte F&E (Art. 25a Abs. 3 StHG)

Gesamtentlastung

Beide Instrumente zusammen sind gedeckelt: Die gesamte steuerliche Ermässigung darf nicht höher sein als 70 Prozent des steuerbaren Gewinns vor Verlustverrechnung (Art. 25b Abs. 1 StHG). Mindestens 30 Prozent des steuerbaren Gewinns bleiben also in jedem Fall steuerbar, und die Kantone können eine geringere Ermässigung vorsehen. Wie viel eine einzelne Firma tatsächlich spart, hängt vom Kanton und vom Anteil qualifizierender Erträge und Aufwendungen ab.

Quelle: Steuerharmonisierungsgesetz (StHG, SR 642.14), Art. 24b, 25a und 25b — abgerufen am 23. August 2026. Die Prozentsätze sind bundesrechtliche Höchstwerte; die kantonale Umsetzung fällt unterschiedlich aus.
Empfehlung: Lassen Sie sich von einem Steuerberater mit Tech-Erfahrung beraten, ob Ihre AI-Automation-Entwicklung als qualifizierende F&E gilt. Die Definitionen sind kantonal unterschiedlich, und die korrekte Klassifikation kann erhebliche Steuerersparnisse bringen.

Schritt für Schritt: Förderantrag für ein AI Automation Projekt

Schritt 1: Förderfähigkeit prüfen

  • Hat Ihre Organisation weniger als 250 Vollzeitstellen?
  • Hat Ihr Projekt einen Innovationsgehalt über reine Implementierung hinaus?
  • Können Sie einen Forschungspartner einbinden (für Innosuisse)?
  • In welchem Kanton ist Ihr Unternehmen ansässig?

Schritt 2: Passendes Programm identifizieren

Tabelle: Schritt 2: Passendes Programm identifizieren
SituationEmpfohlenes ProgrammFörderung
Machbarkeit prüfenInnosuisse InnovationsscheckBis CHF 15'000 an den Forschungspartner
Grösseres F&E-ProjektInnosuisse InnovationsprojektInnosuisse finanziert den Forschungspartner; Eigenanteil 40–60 %
Startup gründenVenture KickBis CHF 150'000, davon CHF 10'000 als Zuschuss
Strategische BeratungInnosuisse Core Coaching (Start-ups)Gutschein bis CHF 50'000
Steuern optimierenF&E-Überabzug + PatentboxErmässigung zusammen höchstens 70 % des steuerbaren Gewinns

Schritt 3: Forschungspartner finden

Für Innosuisse-Projekte benötigen Sie einen akademischen Partner:

  • ZHAW (Winterthur): Institut für Angewandte Informationstechnologie
  • FHNW (Nordwestschweiz): Hochschule für Technik
  • ETH Zürich: Für grundlagennahe AI-Forschung
  • EPFL (Lausanne): AI und Data Science
  • IDSIA (Lugano): Dalle Molle Institute for AI Research
  • Universität Zürich: Institut für Informatik

Schritt 4: Antrag vorbereiten

Ein erfolgreicher Förderantrag enthält:

  1. Problemstellung: Welches konkrete Geschäftsproblem löst Ihr AI-Projekt?
  2. Innovation: Was ist neu gegenüber bestehenden Lösungen?
  3. Marktpotenzial: Wie gross ist der adressierbare Markt in der Schweiz und international?
  4. Umsetzungsplan: Meilensteine, Timeline, Ressourcen
  5. Team: Kompetenzen und Track Record
  6. Wirtschaftlichkeit: Erwarteter ROI und Kosten
  7. Nachhaltigkeit: Wie geht es nach der Förderphase weiter?

Schritt 5: Einreichen und Follow-up

  • Anträge fristgerecht und vollständig einreichen
  • Bei Innosuisse: Online-Portal nutzen
  • Begutachtungszeit einplanen (Innovationsscheck in der Regel vier bis sechs Wochen, Innovationsprojekte in der Regel sechs bis acht Wochen nach Einreichung)
  • Bei Rückfragen schnell und fundiert antworten
  • Bei Ablehnung: Feedback einholen und überarbeitet neu einreichen

FAQ: AI-Förderprogramme in der Schweiz

Welches Förderprogramm ist für mein KMU am besten geeignet?

Für den Einstieg empfehlen wir den Innosuisse-Innovationsscheck. Er ist unkompliziert, erfordert keine finanzielle Eigenleistung und deckt bis zu CHF 15'000 der Kosten des Forschungspartners für eine Vorstudie, die innerhalb von sechs Monaten abzuschliessen ist. Wenn Sie bereits wissen, dass Sie ein grösseres Projekt umsetzen wollen, lohnt sich direkt ein Innosuisse-Innovationsprojekt. Für Startups in der Gründungsphase ist Venture Kick die erste Anlaufstelle. Am besten kombinieren Sie mehrere Programme – ein Innovationsscheck als Vorbereitung für ein Innovationsprojekt ist eine bewährte Strategie. Beachten Sie die Sperrfrist: Wer in den letzten zwei Jahren bereits eine Gutschrift für eine Vorstudie erhalten hat, ist nicht erneut berechtigt.

Kann ich mehrere Förderprogramme kombinieren?

Ja, die Kombination verschiedener Programme ist möglich und sogar empfohlen. Beispiel: Innosuisse-Innovationsscheck für die Vorstudie, dann ein Innovationsprojekt für die Entwicklung, kantonale Förderung für die Infrastruktur und F&E-Steuerabzug für die eigenen Personalkosten. Wichtig: Dieselben Kosten dürfen nicht doppelt gefördert werden. Eine transparente Kostenzuordnung ist essenziell.

Wie lange dauert der Antragsprozess bei Innosuisse?

Für Innovationsprojekte nennt Innosuisse in der Regel sechs bis acht Wochen von der Einreichung bis zum Entscheid; damit dieser Rahmen eingehalten wird, muss das Gesuch mindestens sechs Wochen vor einem Sitzungstermin des Innovationsrats vorliegen. Für den Innovationsscheck geht es schneller: «Dieser Prozess dauert in der Regel vier bis sechs Wochen», schreibt Innosuisse. Die Vorbereitung des Antrags – inklusive Partnersuche und Projektplanung – nimmt nochmals mehrere Wochen in Anspruch; planen Sie den Ablauf grosszügig. Die AI-Strategie Ihres Unternehmens sollte idealerweise schon vor dem Antrag im Rahmen einer KMU-spezifischen AI-Beratung definiert sein.

Gibt es spezifische Förderungen nur für AI-Projekte?

Es gibt keine exklusiv auf AI beschränkten Bundesprogramme, aber AI-Projekte haben in den meisten Förderprogrammen hohe Priorität, da sie als Schlüsseltechnologie gelten. Innosuisse fördert AI als Querschnittstechnologie in allen Branchen. Einzelne Kantone haben spezifische Digitalisierungs- und AI-Initiativen gestartet. Auf EU-Ebene stehen Schweizer Beteiligten seit dem Programmjahr 2025 wieder die AI-Ausschreibungen von Horizon Europe offen, etwa in Cluster 4.

Welche Fehler sollte ich beim Förderantrag vermeiden?

Die häufigsten Fehler: (1) Zu wenig Innovationsgehalt – reine Implementierung bestehender AI-Tools wird selten gefördert, (2) Fehlender Forschungspartner bei Innosuisse, (3) Unrealistischer Umsetzungsplan ohne klare Meilensteine, (4) Kein klares Verwertungskonzept nach der Förderphase und (5) Zu spät mit der Vorbereitung beginnen – bei Innosuisse muss das Gesuch mindestens sechs Wochen vor dem Sitzungstermin vorliegen, die inhaltliche Vorbereitung kommt davor. Lassen Sie den Antrag von jemandem gegenlesen, der bereits erfolgreich Fördergelder eingeworben hat.


Weiterführende Themen

Quellen

  1. Innosuisse — Innovationsscheck — «Innosuisse finanziert 100 % der Kosten des Forschungspartners bis zu 15 000 Schweizer Franken», «Sie haben sechs Monate Zeit, um mit Ihrem Forschungspartner die Vorstudie durchzuführen und abzuschliessen» und «Dieser Prozess dauert in der Regel vier bis sechs Wochen» — abgerufen am 24. August 2026.
  2. Innosuisse — Innovationsprojekte mit Umsetzungspartner — abgerufen am 23. August 2026. Eine allgemeine Frankenobergrenze nennt Innosuisse für dieses Instrument nicht.
  3. Innosuisse — Core Coaching — abgerufen am 23. August 2026.
  4. digitalswitzerland — About — abgerufen am 23. August 2026. Die früher an dieser Stelle genannte Swiss Digital Initiative führen wir nicht mehr auf: Die Stiftung hat ihr Digital Trust Label im Januar 2025 an SGS übergeben und sich im März 2025 aufgelöst. Ein Angebot namens «Digital Transformation Assessment» weist digitalswitzerland nicht aus.
  5. Venture Kick sowie ZHAW Entrepreneurship — Venture Kick — abgerufen am 23. August 2026.
  6. SECO — Neue Regionalpolitik, KMU-Portal — Staatliche Unterstützung bei der Finanzierung und KMU-Portal — Unterstützung bei der Digitalisierung der KMU — abgerufen am 23. August 2026. Ein bundesweites Beratungsgutschein-Programm des SECO für Digitalisierung weisen diese Quellen nicht aus; die frühere Angabe an dieser Stelle ist deshalb entfernt.
  7. BEKB, «Nachhaltige Wirtschaft fördern» — abgerufen am 24. August 2026.
  8. SBFI — Horizon-Paket 2021–2027 — abgerufen am 23. August 2026.
  9. Steuerharmonisierungsgesetz (StHG, SR 642.14), Art. 24b, 25a und 25b — abgerufen am 23. August 2026. Die Prozentsätze sind bundesrechtliche Höchstwerte; die kantonale Umsetzung fällt unterschiedlich aus.
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